Gilbert et al. (2004) – Thermoregulation as a Sleep Signalling System
Umfassende Übersichtsarbeit der University of South Australia. Unter normalen Bedingungen sind die Rhythmen der Körperkerntemperatur und des Schlafs eng miteinander verknüpft: Die Schlafneigung erreicht ihr Maximum während der absteigenden Phase der Kerntemperatur. Die Autoren zeigen, dass periphere Wärmeabgabe (über Hände und Füße) ein zentrales Signal für den Schlafbeginn ist und die thermoregulatorischen Zentren im Hypothalamus direkt mit schlafregulierenden Neuronen interagieren.
Thermoregulation
Schlaf-Signal
Review
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Van Someren (2006) – Mechanisms and Functions of Coupling between Sleep and Temperature Rhythms
Grundlegende Arbeit von Eus J.W. Van Someren über die Kopplung von Schlaf- und Temperaturrhythmen. Der Energiestoffwechsel ist eng mit den zirkadianen Rhythmen von Schlaf und Körpertemperatur verbunden. Schlaf tritt bevorzugt in der zirkadianen Phase verringerter Wärmeproduktion und erhöhter Wärmeabgabe auf – letztere durch eine starke Zunahme der Hautdurchblutung und damit Hauterwärmung.
Zirkadiane Rhythmen
Wärmeabgabe
Kopplung
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Herberger et al. (2024) – Enhanced Conductive Body Heat Loss During Sleep Increases Slow-Wave Sleep and Calms the Heart
Multizentrische Studie mit 72 Teilnehmern an der Charité Berlin, Universität Turin und Northwestern University Chicago. Eine hochwärmeleitfähige Matratze ermöglichte eine gleichmäßige Kühlung während des Schlafs. Ergebnis: Die Tiefschlafphase (N3) verlängerte sich um durchschnittlich 7,5 Minuten, die Herzfrequenz sank um 2,36 Schläge pro Minute. Teilnehmer mit stärkerer Körperkühlung zeigten eine Phasenverschiebung im NREM-REM-Zyklus mit erhöhtem N3-Anteil in der zweiten Nachthälfte.
Tiefschlaf
Herzfrequenz
Wärmeabgabe
Matratze
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Togo et al. (2007) – Influence on Human Sleep Patterns of Lowering and Delaying the Minimum Core Body Temperature
Studie über die Wirkung einer langsamen, gezielten Absenkung der Umgebungstemperatur innerhalb der thermoneutralen Zone auf den Schlaf. Ergebnis: Die Dauer des Tiefschlafs (SWS) stieg von durchschnittlich 89 auf 121 Minuten – eine Steigerung von ca. 36 %. Die langsame Abkühlung führte zu einem tieferen Minimum der Körperkerntemperatur (−0,2 °C) und einer verlängerten Phase der Wärmeabgabe, ohne die Gesamtschlafzeit zu beeinflussen.
Tiefschlaf
Umgebungstemperatur
+36 % SWS
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Troynikov et al. (2018) – Sleep Environments and Sleep Physiology: A Review
Umfassende Übersichtsarbeit der RMIT University über Schlafumgebungen und Schlafphysiologie. Schlafverlust beeinträchtigt die Aufgabenleistung, die Erholung nach körperlicher Aktivität, die kognitive Leistungsfähigkeit und die Stimmung. Die Autoren analysieren das thermische Mikroklima zwischen Körper und Bettdecke und dessen Einfluss auf Schlafstadien, Schlafdauer und Schlafqualität.
Review
Schlafumgebung
Mikroklima
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Nicol (2019) – Temperature and Sleep
Studie der London Metropolitan University über den Zusammenhang zwischen Temperatur und Schlafqualität. Der Autor untersucht, wie Raumtemperatur, Bettwäsche und Schlafbekleidung gemeinsam das thermische Gleichgewicht beeinflussen und welche Temperaturspannen für einen erholsamen Schlaf optimal sind. Die Arbeit verbindet Schlafforschung mit Gebäudeenergieeffizienz.
Schlaftemperatur
Bettwäsche
Raumtemperatur
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Komagata et al. (2020) – Dynamic REM Sleep Modulation by Ambient Temperature and the Critical Role of the Melanin-Concentrating Hormone System
Studie über die dynamische Modulation des REM-Schlafs durch die Umgebungstemperatur. Wildtyp-Mäuse reagieren auf Erwärmung mit einer Zunahme des REM-Schlafs. Das Melanin-konzentrierende Hormon (MCH)-System spielt dabei eine entscheidende Rolle: Optogenetische Aktivierung von MCH-Neuronen verstärkt die REM-Schlaf-Expression bei Erwärmung, während ihre Blockade diese Modulation verhindert. Die Ergebnisse zeigen, dass Thermoregulation während des REM-Schlafs eingeschränkt ist.
REM-Schlaf
MCH-System
Temperaturmodulation
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Fietze – Thermoregulation (Enzyklopädie der Schlafmedizin)
Übersichtsartikel von Ingo Fietze in der Enzyklopädie der Schlafmedizin (Springer). Die Thermoregulation wird bestimmt durch den Sollwert der zentralen Körperkerntemperatur. Die Regulation erfolgt mittels verschiedener Rückkopplungsmechanismen, die Wärmeproduktion und Wärmeabgabe regeln. Im Schlaf sind diese Prozesse gegenüber dem Wachzustand anders geregelt – selbst bei konstanten Außenbedingungen.
Schlafmedizin
Enzyklopädie
Thermoregulation
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